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Pressemitteilung vom 18.08.2010
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Streit über Gebäudebilder

„Wir brauchen keinen Großen Bruder, der unsere Häuser, Wohnungen und Grundstücke ausspäht“, beklagt sich der Verbandsvorsitzende der Eigentümerschutz-Gemeinschaft Haus & Grund Hessen, Günther Belz.

 

Hauseigentümer und Datenschützer empören sich gleichermaßen über die geplante massenhafte Publikation der Straßenansichten von Gebäuden aus Deutschland im Internet durch das amerikanische Unternehmen Google.

 

Im Herbst dieses Jahres soll nach Angaben von Belz der neue Service Google Street View als Ergänzung zu den bereits flächendeckend bestehenden Luftbildaufnahmen Google Maps zunächst für 20 Großstädte an den Start gehen. Dann können Internet-Nutzer umschalten von Vogel- auf Froschperspektive. Ganze Häuserzeilen sollen so im Zusammenhang abgefahren und angeschaut werden können.

 

Wenn digitale Gebäude- und/oder Grundstücksansichten eindeutig lokalisiert und damit den Bewohnern und dem Eigentümer zugeordnet werden können, dann liegen personenbezogene Daten vor. Deshalb fühlen sich die Datenschützer gefordert.

 

Haus & Grund fordert, dass Google die betreffenden Hauseigentümer um Zustimmung zur Veröffentlichung nachsucht. Wegen des damit verbundenen Verwaltungsaufwands wäre das gesamte Projekt schon deswegen zum Scheitern verurteilt. Zumindest aber müsste die Frist für die Einlegung des Widerspruchs von 4 Wochen auf mindestens 3 Monate verlängert werden.

 

Mit Hilfe von Google Street View könnten Ganoven künftig bequem im Internet potenzielle Einbruchsobjekte ausspähen. Allerdings ist die Vermutung wohl eher theoretischer Natur, dass Einbrüche in Häuser und Wohnungen in Deutschland dann vornehmlich in Internet-Cafes in Bukarest vorbereitet werden. Zur Auswahl geeigneter Ziele für die Begehung solcher Straftaten gibt es schließlich weitaus geeignetere Erkenntnisquellen. Außerdem liegen die Objekte der Begierde gerade in vermeintlich besonders lukrativen und damit anfälligen Villengebieten oftmals hinter hohen Mauern oder altem Baumbestand verborgen und sind deswegen von der Straßenseite entweder überhaupt nicht oder nur sehr erschwert einsehbar.

 

„Trotzdem“, so Belz, „ein gewisses Unbehagen, ausgespäht zu werden, bleibt allemal!“

 

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